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Kulturstaatsminister

Sonntag, 27. November 2011

Kulturstaatsminister Bernd Neumann verleiht Deutschen Kurzfilmpreis 2011 – ab nächstem Jahr eine zusätzliche Lola

Staatsminister Bernd Neumann hat heute in Potsdam den Deutschen Kurzfilmpreis vergeben.

Der Kulturstaatsminister erklärte in seiner Rede: "Der Deutsche Kurzfilmpreis entwickelt sich weiter: Im kommenden Jahr wird es eine zusätzliche Lola geben. Aus der jetzigen Kategorie ‚Animations- und Experimentalfilm‘ entstehen dann zwei eigenständige Kategorien mit eigenen Lolas und Nominierungen. Beide Filmgattungen sind für den deutschen Film von großer Relevanz, auch was die internationale Wertschätzung anbetrifft, und sind in der Tat eigenständige Genres. Damit wollen wir die Bedeutung des Kurzfilms für das Filmschaffen und die Kultur in Deutschland zusätzlich unterstreichen."
 
"In der Geschichte des Films gehen zentrale ästhetische und technische Entwicklungen auf den Kurzfilm zurück. Er ist der historische Ursprung des bewegten Bildes und bis heute ein wichtiges künstlerisches Experimentierfeld. Ziel muss es sein, möglichst viele Kurzfilme ins Kino zu bringen. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn sich noch mehr Kinobetreiber an der ‚Deutschen Kurzfilmpreis Kinotournee‘ beteiligten, bei der alle nominierten Filme und der Gewinner des Sonderpreises gezeigt werden.
 
Seit 2009 können Kinobetreiber eine Förderung erhalten, wenn sie in ihrem Filmtheater einen Kurzfilm als Vorfilm aufführen. Wurden im ersten Jahr der Förderung 73 Projekte mit rd. 82.000 Euro auf den Weg gebracht, sind es in diesem Jahr bereits 93 Projekte mit einer Fördersumme von rd. 115.000 Euro."
 
Der Kulturstaatsminister betonte weiter: "Wie in jedem Jahr sind in der Kategorie Dokumentarfilm zwei Produktionen nominiert. Gerade dieses Filmgenre ist besonders eindrucksvoll, und doch muss seine zu geringe Ausstrahlung – vor allem in Fernsehprogrammen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – deutliche Kritik auslösen. Vor zwei Wochen sind die Verhandlungen der AG DOK mit der ARD über einen Rahmenvertrag gescheitert, der die Position der Produzenten von Dokumentarfilmen verbessern sollte.
 
Ich finde das sehr enttäuschend, denn es geht hier um eine wichtige Säule des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Tendenz ist ja schon lange zu erkennen, dass die Sender Dokumentarfilme ins Abseits, also auf unattraktive Sendeplätze um Mitternacht oder in Spartenkanäle verbannen. Das ist inakzeptabel!
 
Ich appelliere besonders an die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, dem künstlerischen Dokumentarfilm wieder mehr Aufmerksamkeit und vor allem Unterstützung zukommen zu lassen!
 
Die Bundesregierung hat im Rahmen des Deutschen Filmpreises eine zusätzliche Kategorie für den Dokumentarfilm eingeführt, um seine Bedeutung zu unterstreichen."
 
Der bedeutendste und am höchsten dotierte Preis in Deutschland für den Kurzfilm ist in diesem Jahr in Kooperation mit der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" verliehen worden. Es wurden insgesamt zehn Filme nominiert. Mit der Nominierung ist eine Prämie von 15.000 Euro verbunden, für den Filmpreis in Gold erhält der Hersteller eine Prämie von 30.000 Euro. Die Nominierungsprämie wird auf den Filmpreis in Gold angerechnet. Die Prämie ist an die Herstellung eines neuen Kurzfilms oder Films mit künstlerischem Rang oder seiner Projektvorbereitung gebunden. Die Preisverleihung fand in der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam statt.
 
Alle ausgezeichneten Filme gehen im kommenden Jahr auf Tournee durch die Kinos (http://www.kurzfilmtournee,de).
 

Mit dem Kurzfilmpreis in Gold für Spielfilme mit einer Laufzeit bis sieben Minuten wurde der Film Und nun sehen Sie Folgendes, Hersteller: Daniel Thomaser und Kamerapferd, Berlin, Regie: Erik Schmitt und Stephan Müller, ausgezeichnet.

Den Kurzfilmpreis in Gold für Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten erhielt der Film Von Hunden und Pferden, eine Gemeinschaftsproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg und Departures Film, Leipzig. Regie führte Thomas Stuber.

Der Kurzfilmpreis in Gold für Dokumentarfilme ging an den Film Die Frau des Fotografen, Hersteller: Philip Widmann, Berlin, in Koproduktion mit Karsten Krause, Hamburg, Regie: Philip Widmann und Karsten Krause.

Den Kurzfilmpreis in Gold für Animations-/Experimentalfilme gewann der Film I’m not the Enemy, Hersteller: BjØrn Melhus, Berlin, Regie: BjØrn Melhus.

Mit dem Sonderpreis für Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 bis 78 Minuten wurde der Dokumentarfilm Louisa, Hersteller: Kunsthochschule für Medien Köln, (Regie: Katharina Pethke), ausgezeichnet. Dieser Preis ist mit einer Prämie von 20.000 Euro verbunden.
 
Durch die Preisverleihung führte der Moderator und Schauspieler Dieter Moor.
 
Nominiert waren zusätzlich die Kurzfilme:

  • Fluss (Spielfilm mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten), Hersteller: ttfp*, Dirk Decker und Andrea Schütte, Hamburg (Regie: Michael Venus).
  • Hinter den sieben Bergen (Spielfilm mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten), Hersteller: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (Regie: Günther Franke).
  • Leben lassen (Spielfilm mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten), Hersteller: Felix Charin, Berlin (Regie: Felix Charin).
  • Synkope (Spielfilm mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten), Hersteller: Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg (Regie: Nora Fingscheidt).
  • Veronika (Dokumentarfilm), Hersteller: Mark Michel, Leipzig (Regie: Mark Michel)
  • Sonntag  (Animations-/Experimentalfilm), Hersteller: Jochen Kuhn, Ludwigsburg (Regie: Jochen Kuhn).